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- Was ist sexualisierte Gewalt?
Sexualisierte Gewalt ist eine Form von Gewalt, die sich hauptsächlich gegen Frauen und Mädchen richtet.
Es handelt sich um eine Form geschlechtsspezifischer Diskriminierung,
bei der es in erster Linie um Machtmissbrauch geht. Der Begriff
"sexualisiert" bedeutet, dass sexuelle Handlungen dazu
instrumentalisiert werden, Gewalt und Macht auszuüben.
Die Bedrohung durch sexualisierte Gewalt gehört immer noch zum Lebensalltag von Frauen und Mädchen.
Die Formen der alltäglichen Gewalt sind vielfältig:
reißerische Berichterstattung in den Medien, frauenfeindliche
Witze, sexistische Werbung, Pornographie, sexuelle Belästigung am
Telefon, im Internet und am Arbeitsplatz, sexueller Missbrauch an
Kindern, Vergewaltigung.
Sexueller Missbrauch und Vergewaltigung sind die extremsten Formen dieser alltäglichen Gewalt.
In Deutschland werden jährlich etwa 300 000 Kinder sexuell
missbraucht und etwa 13 000 Vergewaltigungen angezeigt. Die
Dunkelziffer ist beträchtlich höher!
Die Täter stammen meistens aus dem sozialen Umfeld der
Mädchen und Frauen (Verwandte, Freunde, Väter, Brüder,
Kollegen).
Die meisten Übergriffe finden dort statt, wo Mädchen und Frauen sich
eigentlich sicher fühlen sollten: in der Wohnung, am Arbeitsplatz.
Opfer sexualisierter Gewalt kann jede Frau werden - unabhängig von ihrem Alter, ihrem Aussehen und ihrem sozialen Status.
- Folgen sexualisierter Gewalt
Jeder sexuelle Übergriff bedeutet
für die Betroffenen eine Verletzung ihrer persönlichen
Integrität, Sicherheit und Autonomie, lässt Lebensfreude und
Leistungsfähigkeit verkümmern und schädigt meist
langfristig ihr Selbstwertgefühl.
Die Folgen für die betroffenen Frauen und Kinder prägen also das weitere Leben entscheidend.
Inwieweit die traumatischen Erlebnisse
verarbeitet werden können, hängt in hohem Maße von der Unterstützung ab, die
die Betroffenen von anderen erhalten.
Die Mitarbeiterinnen unserer Beratungsstelle
wollen diesen Frauen und Mädchen und deren Vertrauenspersonen
diese Unterstützung geben.
Denn trotz der öffentlichen Diskussion um
das Thema halten sich Schuldzuweisungen, Vorurteile und
Falschinformationen hartnäckig.